Wärme-Stau in Montenegro
- Malik (Künstlername)

- Jan 24
- 2 min read

Etappe Komarna (80 km vor Dubrovnik) Kroatien bis Barbulojë Albanien, Tagesdosis 6,5 h 300 km.
Temperatur / Wetter: +8- +16 Grad, bedeckt - leicht bewölkt.
Gesamt bisher: 3850 km, Fahrtzeit 47 h. Rest: 4,5 h 280 km.
Nächste Etappe: von Kroatien hinunter nach Albanien. Auf der Karte wirkt sie überschaubar – nur 300 Kilometer, aber es wurden gut sechs Stunden. Die Bedingungen erzählen eine andere Geschichte.
Schon der Beginn zäh. Grenzkontrollen erst von kroatischer, dann von montenegrinischer Seite. Dahinter ein Land, das müde wirkt: Müll am Straßenrand, in den Kurven, an den Haltepunkten. Die Küstenstraße Montenegros ist voll, fast verstopft. Verkehr schiebt sich Stoßstange an Stoßstange, dazwischen Polizeikontrollen – vier an einem Tag – als würde Stillstand verwaltet.
Dann die Baustelle. Vierzig Kilometer. Kein Asphalt, nur Schlaglöcher, Matsch, Autoteile, Fahren wie ein Schiff beim Sturm. Löcher so tief, dass jeder Meter zur Frage wird, ob das Auto das hier überlebt. Teilweise keine fünf Stundenkilometer. Nur noch tasten, hören, hoffen und es erschien endlos. Spätestens hier wird klar: Das möchte man kein zweites Mal.
Es wird dunkel, und Montenegro zeigt noch eine letzte Seite. Direkt hinter einer Grenze: Kühe auf der Fahrbahn. Groß, ruhig, unbeeindruckt. Zudem kein Netz, kein GPS, kein Plan. Dachte das würde erst in Albanien Thema. Straße, Dunkelheit und das Gefühl, kurz verloren zu sein. Lost in Montenegro – kein Bild, sondern Zustand, das wäre es noch :-).Zum Glück gabs noch einen Autoatlas.
Die Grenze nach Albanien bringt Stau. Eineinhalb Stunden Warten. Müdigkeit sitzt tief, die Nacht hat längst übernommen. Doch dann: Ankunft. Neue Sprache, neue Geräusche, ein anderer Rhythmus. In Albanien endlich wieder Verbindung, eine neue SIM-Karte, ein kleines Stück Ordnung im Chaos, der verwöhnte "Europäer".
Barbulojë erreicht. Man kommt an, weil man durchgehalten hat. Und manchmal ist genau das das eigentliche Abenteuer.
Temperatur ist zeitweise auf beachtliche 16 Grad gestiegen. Ich musste meinen Norwegerpullover ausziehen. Wärme-Stau in Südeuropa :-)
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