Albanien im Januar, zwei Tage ein Hauch von Regenzeit
- Malik (Künstlername)

- Jan 31
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Regenzeit. Zwei Tage.
Es fühlt sich an, als hätte man die Wolke selbst betreten. Kein Horizont, kein Fernblick. Nur Grau, das sich öffnet und Wasser freigibt, ohne Maß, ohne Pause. Alles ist weichgezeichnet, die Welt reduziert auf Nähe.
Das Wasser ist überall. Es fällt, rinnt, sammelt sich. Aus kleinen Spuren werden Linien, aus Linien Bäche. Die Vjosa wächst, breit und schwer, ihre Strömung aufgeregt, zielstrebig, unbeirrbar. Sie rauscht laut durch das Tal, als würde sie alles Gesammelte der letzten Tage auf einmal erzählen.
Die Landschaft verändert sich fortwährend. Wege verschwinden kurz, tauchen neu auf. Straßen tragen Wasser, Höfe lassen es ziehen. Nichts widersetzt sich lange. Regenjacken und Schirme erscheinen nur vereinzelt. Die meisten bleiben zurück, lauschen. Der Regen übernimmt das Erzählen, mit Rauschen, Prasseln und Tropfen.
Am dritten Morgen liegt noch Nebel über allem. Dann jedoch kommt die Sonne, still und beharrlich, und löst ihn auf. Weite kehrt zurück, Berge treten hervor, als wären sie nie fort gewesen. Es zieht hinaus.
Finn und ich gehen los. Erst verfolgen uns bellende Dorfhunde, eine ganze Meute, wachsam und aufgeregt. Weiter oben, in den Bergen, bleiben sie zurück. Stille kehrt ein, und der Blick öffnet sich.
Neuer Schnee auf den Bergspitzen,frische Luft zum tief einatmen und wärmende Sonnenstrahlen.
Unten im Tal liegt die Vjosa, gefüllt mit dem Wasser der letzten zwei Tage. Kraftvoll sucht sie ihren Weg.
So wie wir.






























































































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