Abenteuerlich mit Finn in Permet
- Malik (Künstlername)

- Jan 28
- 2 min read

Besuche in Permet (2x)
Temperatur / Wetter: +8 - +10 Grad, bedeckt - regnerisch (1Tag). +12-+15 Grad ,sonnig - leicht bewölkt (2Tag).
Montag, 26+ 27. Januar 2025.
Përmet, auch Përmeti genannt, ist eine kleine Stadt im Süden Albaniens. Knapp 5.000 Menschen leben hier. Enge Straßen, Häuser dicht an dicht, alles wirkt nah beieinander. Gut, dass wir mit dem kleinen Auto meiner Freunde unterwegs sind – mit einem Camper wäre man hier schnell am Ende der Straße. "Duft" alter Verbrenner, Motorroller fahren ohne Helm.
Für diese Jahreszeit sind erstaunlich viele Menschen auf den Straßen. An sonnigen Tagen werden es noch mehr. Kleine Basarstraßen öffnen sich zwischen den Häusern, überall gibt es etwas zu kaufen. Die Geschäfte tragen ihre Auslagen bis auf den Gehweg hinaus. Man bleibt stehen, wechselt ein paar Worte, setzt sich auf einen Kaffee oder ein Glas Raki.
Kaum ausgestiegen, Finn an meiner Seite, verändert sich die Szene. Aus dem Nichts tauchen Straßenhunde auf. Erst ein paar, dann mehr. Bellend, näher kommend, eine wachsende Bewegung hinter uns her. Die Situation zieht Blicke an. Albanische Städter bleiben stehen, beobachten. Es ist kein echtes Bedrohungsgefühl, eher ein unangenehmes Kippen der Aufmerksamkeit – plötzlich steht man im Mittelpunkt, unfreiwillig. Dann geschieht etwas Unerwartetes. Einheimische greifen ein. Laut, bestimmt, mit Gesten und Rufen treiben sie die Hunde auseinander. Worte fliegen, ich verstehe sie nicht, aber ihr Ton ist eindeutig. Es klingt fast wie „rettet die Touristen“ – nicht wörtlich, aber sinngemäß.
Neben Herzlichkeit und Gastfreundschaft, wie auch in dieser Situation, liegt jedoch auch etwas anderes in manchen Blicken: Vorsicht, manchmal sogar Angst. Angst vor dem Unbekannten, dem Außergewöhnlichen – vor dem großen Blonden und dem großen schwarzen Hund. Zwei Fremde, die nicht einzuordnen sind.
Der Moment löst sich, die Straße lebt weiter. Zurück bleibt Dankbarkeit. Und die leise Erkenntnis, dass Nähe und Distanz oft gleichzeitig existieren – selbst in einem Akt der Hilfe.
Während meine Freunde Organisatorisches erledigen, beobachte ich das Treiben setze mich in ein Cafe. Ältere Männer haben sich an einem Denkmal versammelt. Sie plaudern, lachen, stoßen an. Der Tag der Befreiung Albaniens ist kein großes Ereignis hier – er ist einfach da, eingebettet in den Alltag, lebendig und still zugleich.
An einem sonnigen Tag steige ich den Berg über Përmet hinauf. Der Weg führt vorbei an einfachen, alten Häusern. Manche wirken unvollständig, fast offen – statt Fenstern nur Mauerausschnitte im Treppenhaus, vermutlich gedacht für die Sommerhitze, für einen leichten Wind, der hindurchziehen kann.
Kopfsteingepflasterte Wege ziehen sich den Hang hinauf. Schieferplattendächer liegen schwer auf den Häusern, überall Stein, verarbeitet zu Mauern, Stufen, Begrenzungen. Der Berg scheint aus demselben Material gebaut wie die Stadt selbst.
Weiter oben wird es stiller. Kleine Wälder klammern sich an den steil abfallenden Hang. Im Boden zeichnen sich Spuren ab – Hufe, viele davon. Ziegen, Schafe, Kühe. Leben, das hier selbstverständlich dazugehört.
Und selbst hier, über den Dächern und Pfaden, ragen sie auf: 5G-Masten. Moderne Zeichen in einer Landschaft, die zeitlos wirkt. Auch das gehört dazu – Vergangenheit und Gegenwart, nebeneinander, dennoch leicht störend, aufgrund von meinem Hintergrundwissen
.
Përmet trägt viele Zeiten zugleich.Stein und Pflaster erzählen von früher,während das Heute in Gesprächen und Bildschirmen aufleuchtet.
Nichts wirkt fremd, nichts verdrängt das andere.Vergangenheit und Gegenwart gehen hier denselben Weg.



























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